• Auflagen, Kompressen, Pflaster

    Ganz allgemein versteht man darunter das Auflegen eines warmen oder kalten Tuches auf einen Körperteil, wobei das Ganze mit einem Wolltuch bedeckt wird.

    Ein Leinentuch wird in kaltes Wasser (ca. 18 Grad Celsius) oder warmes (ca. 40 Grad Celsius) Wasser getaucht, gut ausgewrungen, mehrfach zusammengefaltet und aufgelegt. Darüber legt man ein Wolltuch.

    Kalte Auflagen werden erneuert, sobald sie warm sind, warme werden erneuert, sobald sie kalt werden. Die Indikationen sind ähnlich denen der Wickel.

    Der Kartoffelsack: Die Kartoffeln werden in der Schale gekocht, heiß in ein Leinen-
    tuch gefüllt und darin zu einem Brei gepresst. Darüber kommt ein trockenes Tuch.
    Dies hilft bei Magen - Darm - Krämpfen, Schwellungen der Ohrspeicheldrüsen,
    Entzündungen der Analbeuteldrüsen.

    Die Leinensamenkompresse: Eine Handvoll Leinensamen wird unter ständigem
    Rühren zu einem dicken Brei verkocht. Dieser wird auf ein Leinentuch aufgestrichen
    und eingeschlagen aufgelegt, das trockene Tuch kommt wie immer darüber.
    Eignet sich gut bei kleineren Hautübeln, wie Abszeß- und Furunkelreifung, Zahn-
    schmerzen, Kieferhöhleneiterung, Analbeutelentzündung usw.

    Die Sauerkrautauflage: Sauerkraut wird direkt auf die entsprechenden Körperteile gelegt und umwickelt. Die Auflage wird halb- bis einstündlich erneuert. Hautabschürfungen und Brandwunden, oberflächliche Entzündungen sind hier die Indikationen.

    Die Lehmpackung: Ist die Haut unverletzt, kann man zur Not auf gewöhnlichen Lehm oder Töpferton zurückgreifen. Ansonsten legt man Heilerde auf. Diese wirkt herrlich kühlend, reinigend, ausleitend und entzündungshemmend, sowie abschwellend.
    Heilwerde wird mit oder ohne Essigzusatz in kaltem oder auch heißem Wasser
    zu einem dicken Brei verrührt. Dieser Brei wird dick auf einen Leinenlappen  ge-
    strichen. Darüber folgt gewöhnlich ein sauberer Verband und eine trockene warme
    Umwicklung. Nach 2 bis 3 Stunden wird die Heilerde trocken und fällt beim Abneh-
    men gut ab.

    Heilerde ist vielseitig verwendbar: alte schlecht heilende Wunden, Insektenstiche,
    juckende Ekzeme, oberflächliche Geschwüre, Entzündungen im Bereich der Venen
    und Lymphgefäße.

    Heiße Lehmpackungen unterstützen den Heilvorgang bei chronischen Gelenk-entzündungen, Rheuma und Wirbelerkrankungen.

    Das Honigpflaster: Honig wird wie Salbe auf einen Leinenlappen gestrichen, auf die
    kranke Stelle gelegt und mit einem wollenen Tuch verbunden. Das Pflaster wird etwa 2-stündlich erneuert. Hilfreich bei Weichteilrheumatismus und Bindegewebsablagerungen.

    Bei Geschwüren wird ein Honigpflaster aus gleicher Menge Honig und Mehl 3 bis
    4 mal täglich ca. 5 bis 10 Minuten unter Zusatz von etwas Wasser bereitet. Dieses
    Pflaster wird auf die Wunde gelegt, die damit nicht nur gekühlt, sondern auch gereinigt wird.

    Copyright Galina Roth


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